Die Kapelle ab 1870

Wie in vielen anderen von der Pfarrkirche weit entfernt liegenden Siedlungen kommt auch in Bülgenauel der Wunsch auf ,dem Ort durch den Bau einer Kapelle eine religiöse Mitte zu geben. 1870 errichtet der Ackerer Hohn auf seinem Grundstück ein kleines Gotteshaus.

1874 bittet er Pastor Heinrich Groeteken in Uckerath um die Einsegnung und die Werktagmesse einmal im Jahr.Die kirchliche Behörde erklärt ihr Einverständnis.
Der Erbauer möchte die Kapelle in seinem Eigentum behalten. Er trägt den Unterhalt und läßt sie für jedermann geöffnet. Mit der Bevölkerung trifft man die Vereinbarung, daß die Messe in der Oktav des Patronatsfestes Mariä Himmelfahrt (15.August) gefeiert wird.

1891 erbittet Pastor Jansen die Genehmigung, öfters im Jahr eine Messe in Bülgenauel lesen zu dürfen. Die Einwohner sind damit zufrieden. Die Austattung der Kapelle mit Geldmitteln ist, da sie von den Einwohnern unterhalten werden muß, gering. Zur Unterstützung bestimmt die Witwe Manns 1915 den Betrag von 200 Mark. Dafür ist in der Allerseelenoktav der Rosenkranz nebst drei Vater Unsern für die Seele der Stifterin zu beten."Vorbeten soll der Küster"

1922 wird das Dorf Bülgenauel auf Wunsch der Einwohner aus der Pfarrgemeinde Uckerath herausgelöst und der Pfarrgemeinde Blankenberg angegliedert.Seit eh und je sind die Bindungen zur mittelalterlichen Stadt Blankenberg recht eng.
Im Lauf der Jahrzehnte entstehen an dem Fachwerkgebäude von 1870 größere Schäden.

Die Neue Kapelle

Die Bevölkerungszahl ist angestiegen, und außerdem kommen an den Wochenenden und in den Ferien die Bewohner des Campingplatzes und der Wochenendhäuschen, die "Teilzeit-Bülgenauler" hinzu.
Aus diesem Gründen bemühen sich die Anwohner um einen Neubau.
Die Geschwister Hohn überlassen, wie schon ihr Vohrfahr, ein Grundstück.
Der Geschäftsmann Peter Franzen aus Köln fördert mit einer ansehnlichen Spende das Vorhaben.
Im Mai 1961 beginnen die Bauarbeiten mit Eigenleistungen der Bewohner.
Die denkmalwerte Kapelle wird wird abgebaut und im alten Stil wiedererrichtet,und mit dem neuen Anbau verbunden.

Am 30.August 1963 ist Richtfest.Am Tag Maria Himmelfahrt 1964 nimmt Prälat Johannes Becker die vorläufige Einsegnung vor.Der Innenausbau wird größtenteils auch in Eigeninitiative der Bürger gestaltet.

Am 14.August 1967 weiht Pastor Karl Vieten aus Alzenbach das neue Kirchlein ein.

Die Kapelle ist ein Beispiel dafür, was Gemeinschaftsgeist, ein lebendiger Glaube und Einsatzwille für eine gute Sache zustandebringen.



Quelle: Prof.Dr. Helmut Fischer

Die Kapelle heute